Updated Kongressbroschüre verfügbar

Ab sofort ist die updated Kongressbroschüre zum Kongress verfügbar. Sie finden diese im Menüpunkt Broschüre oder hier.


Grußwort von Prof. Dr. Walter Brenner

Digitalisierung und Innovation sind heute in aller Munde. Das Spektrum der innovativen Vorschläge reicht von Robotern für die Betreuung älterer Menschen über autonome Fahrzeuge bis zu einer unendlichen Zahl von Apps für mobile Geräte. Sie sollen in jeder Lebenslage Hilfe bieten. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie geht man mit Innovation um. Lassen Sie mich auf drei Punkte eingehen, die mir immer wieder in Projekten und Gesprächen begegnen:
Digitalisierung ist im Kern Softwareentwicklung: Es gibt heute viele selbsternannte Experten, die über die Veränderung von Branchen, Geschäftsmodelle, Unternehmensstrategien und -prozesse durch Digitalisierung reden. Viele dieser Personen haben vor drei Jahren jede Beschäftigung mit Informations- und Kommunikationstechnik zutiefst abgelehnt. Sie vermitteln aber in ihren Ausführungen den Eindruck, wenn man nur fest genug an Digitalisierung glaubt, kann man durch ständiges Wiederholen weniger Buzz-Word digitalen Wandel herbeiführen. Digitale Transformation kann man nicht durch Reden gestalten. Entscheidend sind komplizierte und komplexe Softwareprojekte. Es gilt die Regel: Je mehr Digitalisierung desto mehr Software. Konkret bedeutet dies, dass Softwarekompetenz der entscheidende Faktor ist. Wer nicht in der Lage ist, Software zu schreiben, große Softwareprojekte erfolgreich abzuschließen und danach in der Lage ist die Software sicher und stabil zu betreiben, hat keine Chance in der digitalen Welt erfolgreich zu sein.
Digitalisierung ist eine Kulturfrage: Viele Vorstände und manchmal sogar Aufsichtsräte reisen derzeit zu Kurztrips in das Silicon Valley und besuchen – meistens wie Touristinnen und Touristen – das Silicon Valley. Manchmal habe ich den Eindruck, dass die Lufthansa und Swiss mit Ihren Flügen nach SFO am meisten von der Digitalisierungswelle profitieren. Danach reden viele dieser Top-Manager von der Kultur, z.B. von „fail fast, fail early“ des Silicon Valleys, wie wenn sie dort ihr ganzes Leben verbracht hätte. Das ist Unsinn. Digitale Kultur, wie sie an der Westküste praktiziert wird, entspricht einer Lebens- und Arbeitseinstellung, die von traditionell ausgebildeten europäischen Führungskräften nur schwer und mühsam zu erlernen ist. Das Arbeiten an Veränderungen der Kultur mit deutschsprachigen Führungskräften ist sehr schwer.
Innovation muss den Menschen in den Vordergrund stellen: Nicht nur in Startups, sondern auch in traditionellen Unternehmen
wird an „allen Ecken und Enden“ innovativ gearbeitet. Jede Menge Ideen für neue Geschäftsmodelle, Produkte und  Dienstleistungen entstehen. Auch in den Versicherungen wird – was man vielen diesen Unternehmen nicht zugetraut hat – eine Innovation nach der anderen produziert. Am Ende stellt sich aber die Frage: „Was wollen die Kundinnen und Kunden wirklich und vor allem für was sind sie bereit Geld auszugeben?“ Design Thinking ist ein Instrument um den offensichtlichen und latenten Bedürfnissen näherzukommen. Auf jeden Fall gilt es auf der einen Seite qualitativ durch neue Methoden wie Design Thinking und auf der anderen Seite auch quantitativ durch Data Analytics näher an die Kundinnen und Kunden zu rücken.
Vor diesem Hintergrund gibt es derzeit rund um Digitalisierung zahlreiche schwierige Fragen zu diskutieren. Einfache Lösungen, sog. Patentrezepte, gibt es nicht. Auf dem Kongress Insurance Today and Tomorrow berichten hochkarätige Referentinnen und Referenten aus Wirtschaft und Wissenschaft über ihre Erfahrungen bei der digitalen Transformation. Das Spektrum der Vorträge zeigt, dass führende Versicherungsunternehmen sich intensiv mit den erwähnten vier Herausforderungen beschäftigen. Während der Veranstaltung bestehen zahlreiche Möglichkeiten mit den anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmern und mit den  Referentinnen und Referenten ins Gespräch zu kommen.
Ich wünsche den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Kongresses Insurance Today and Tomorrow zwei spannende und  informative Tage in Düsseldorf.

Prof. Dr. Walter Brenner
Geschäftsf. Dir., Institut f. Wirtschaftsinformatik, Uni St. Gallen


Grußwort von Prof. Dr. Heinrich R. Schradin

Sehr geehrte Damen und Herren,
Grundlegende Entwicklungen in den gesellschaftlichen, rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erzwingen Veränderungen und bestimmen zugleich den Gestaltungsspielraum der Entscheidungsträger in der Versicherungswirtschaft. Aufsichtsrechtliche und vertragsrechtliche Neuregelungen treffen auf eine historische Niedrigzinsumgebung.
Dies betrifft natürlich zuerst die deutschen Lebensversicherer: Die Absenkung des Höchstrechnungszinssatzes und die Vorgaben zur Bildung der Zinszusatzreserve verdeutlichen die Grenzen des traditionellen Geschäftsmodells. Eine breite Diskussion alternativer Vorsorge- und Versorgungskonzepte ist entbrannt, aber nicht alle Marktteilnehmer sehen sich hier bereits ausreichend gut aufgestellt. In der Schaden-/Unfallversicherung konnten wir branchenweit eine erneute Erhöhung der Schaden-Kosten-Quoten beobachten. Bei zunehmend intensivem Wettbewerb erhöht der Rückgang der Kapitalmarkterträge auch hier den Kostendruck auf die betrieblichen und vertrieblichen Strukturen und Prozesse.
Die privaten Krankenversicherer sehen sich auf breiter Front zu relevanten Beitragsanpassungen gezwungen. Neben gestiegenen Gesundheitsausgaben, verschärfen auch hier die gesunkenen Kapitalanlageerträge die Wettbewerbslage. Keine gute Ausgangsposition für die im bevorstehenden Wahljahr 2017 zu erwartende Grundsatzdiskussion.
Schließlich stellen technologische Entwicklungen und das Bemühen um einen verbesserten Verbraucherschutz nicht nur die Versicherungsvertriebe sondern die Versicherer insgesamt vor strukturelle Herausforderungen. Intelligente Informationssysteme generieren eine Vielzahl kunden- und verhaltensbezogener Daten, die von neuen Wettbewerbern professionell ausgewertet werden. Der Umgang mit Big Data und die Bewahrung der Kundenschnittstelle im digitalen Zeitalter wird zur strategischen Herausforderung.
Der Tradition von Insurance Today and Tomorrow folgend, werden wir diese und ähnliche Themen mit renommierten Experten aus der Versicherungswirtschaft diskutieren und Entwicklungsmöglichkeiten aufzeigen. Ich wünsche allen Teilnehmern eine interessante Veranstaltung, wichtige Einsichten und gute Gespräche.

Prof. Dr. Heinrich R. Schradin
Direktor, Institut f. Versicherungswissenschaft, Uni Köln


Die offizielle Kongressbroschüre ist ab sofort online!

Folgende Themen stehen in diesem Jahr auf der Agenda:

  • Rechtliche und regulatorische Rahmenbedingungen
  • Die Strategien der Big-Player im Fokus: Disruptive Innovationen und systemische Veränderungen im Ökosystem der Assekuranz
  • Intergration der Sales-Channels als Option für Customer Centricity und servicedominierter Wertschöpfung
  • Strategische Optionen für ein Innovatives Schadenmanagement
  • IT-Modernization und Digitalisierung im Spannungsfeld zwischen Innovationsstau und Kostendruck
  • Operating Model der Zukunft – Wie Lean, Digital, BPO, und Co die Versicherung verändern
  • Blockchain – Chance oder Bedrohung für die Assekuranz?